Zittauer Gebirge, Wandern, Zittau, Urlaub, Hotel, Ferienwohnung, Radwandern, Umgebindehaus
Zittauer Gebirge, Wandern, Zittau, Urlaub, Hotel, Ferienwohnung, Radwandern, Umgebindehaus
Zittauer Gebirge, Wandern, Zittau, Urlaub, Hotel, Ferienwohnung, Radwandern, Umgebindehaus

Landschaften von Menschen gemacht

Zittauer Gebirge, Wandern, Zittau, Urlaub, Hotel, Ferienwohnung, Radwandern, Umgebindehaus

Das jetzige Erscheinungsbild des Naturparks wurde im Laufe der vergangenen Jahrhunderte durch den Menschen geformt. Die einst undurchdringlichen Buchenmischwälder, welche sich von den Tälern bis auf die Bergspitzen zogen, wurden von Siedlern abgeholzt, um Baumaterial zu gewinnen und Raum für Acker- und Weidenutzung zu schaffen. Es folgte eine Aufforstung mit gerade wachsenden Nadelhölzern, welche unkomplizierter als Bauholz genutzt werden konnten. Nun dominiert die Fichte das Erscheinungsbild der Wälder im Naturpark. Der Waldumbau zurück zu standortgerechten Mischwäldern begann bereits vor über 30 Jahren.

 

Entlang der Bäche und Flüsse in den Tälern entwickelten sich die Ortschaften in der Form von Waldhufendörfern. Typisch ist hierbei die Lage der Häuser am Bach. Nach Außen schließen sich dann Garten, Streuobstwiese, Grün- und Ackerland an, welches schließlich im Wald mündet.

 

Diese für die Oberlausitz typische kleingliedrige Landschaft aus unterschiedlichen, meist kleinbäuerlich bewirtschafteten Parzellen ist größtenteils verloren gegangen. An den Hügelflanken in Bertsdorf-Hörnitz und Mittelherwigsdorf zeigen alte Heckenstreifen die damaligen Bewirtschaftungsgrenzen der Bauernhöfe.

 

Wurden mit der Industrialisierung der Landwirtschaft in der Mitte des letzten Jahrhunderts viele Zeugnisse der kleinbäuerlichen Bewirtschaftung durch die Schaffung riesiger Feldstücke zerstört, so wirkt sich der aktuelle Trend hin zu naturgerechter und ökologischer Bewirtschaftung auch auf die Landschaft des Naturparks aus.

 

Streuobstwiesen werden wieder gepflegt, neu angelegt und zur Obstgewinnung und Tierhaltung genutzt. Die extensive Bewirtschaftung vieler Wiesen fördert aktiv den Artenreichtum.

 

Die gewaltigste landschaftliche Veränderung durch den Menschen stellt der jetzige Olbersdorfer See dar. Auf einer Fläche, die 430 Fußballfeldern entspricht, wurde ab dem Jahr 1908 erst unter Tage und später über Tage Braunkohle zum Betrieb von Dampfmaschinen und zur Stromerzeugung abgebaut.

 

Nachdem der Tagebau 1991 stillgelegt wurde, gestaltete man das Gelände im Rahmen der sächsischen Landesgartenschau 1999 zu einem Naherholungsgebiet mit Bademöglichkeiten, Sport- und Ruhezonen um.

 

Geologische Naturdenkmale

Zittauer Gebirge, Wandern, Zittau, Urlaub, Hotel, Ferienwohnung, Radwandern, Umgebindehaus

Bewegte Gesichte

Eine Besonderheit der Naturparkregion bildet die Vielzahl der geologischen Formationen und Gesteinsarten auf kleinstem Raum. Diese ist auf eine turbulente Geschichte zurück zu führen:

 

Vor ca. 90 Mio. Jahren lagerten sich während einer großen Meeresüberflutung gewaltige Schichten aus Sand, Ton und Kalkschlämmen über die Grundplatte aus Granit und Granodiorid ab. Aus diesen Ablagerungen bildeten sich durch Druckverfestigung Sand- und Kalksteine sowie Tonmergel. Im Tertiär schob sich dann die nördlich gelegene Granitscholle über diese Ablagerungen und bildete die sogenannte „Lausitzer Überschiebung“. Vor ca. 65 Mio. Jahren bahnte sich basaltisches Magma durch Spalten und Risse seinen Weg nach oben. Es bildeten sich Gänge, Schlote und Quellkuppen. Zusätzlich wurde vulkanische Asche ausgestoßen, welche sich zu Tuffgestein verdichtete. Die Lava füllte auch Senken aus, welche nach Verwitterung des umgebenden Gesteines dann Kuppen und Hügel bildete. Im jüngeren Tertiär brachen Phonolithvulkane durch den Basalt. Der größte dieser ehemaligen Vulkane ist der Berg Lausche. Im Tertiär bildeten sich durch das warme und feuchte Klima große Moorwälder in den Senken wie dem Zittauer Becken. Aus ihnen entstanden gewaltige Braunkohleflöze. Während der Elstereiszeit war die Region von einem mehrere hundert Meter hohen Eispanzer bedeckt, der beim Abschmelzen tausende Tonnen von Lehm, Sand und Steinen zurück ließ.

Die jüngsten Veränderungen jedoch nahm und nimmt letztendlich, wie mit dem bereits erwähnten Kohleabbau, der Mensch selber vor…

 

Nutzung

Im 16. Jahrhundert wurde in der Jonsdorfer Felsenstadt mit dem Abbau von Mühlsteinen begonnen, welche als Rohlinge direkt aus dem Felsen gehauen wurden. Bis in das Jahr 1918 wurde in den Mühlsteinbrüchen gearbeitet und die Steine sogar bis nach Russland und England geliefert.

 

Heute führt der Naturlehrpfad „Jonsdorfer Mühlsteinbrüche“ durch die malerischen Felsformationen zum alten Steinbruch „Schwarzes Loch“, der im Rahmen einer Führung begangen und besichtigt werden kann. Er ist einer von ursprünglich vier Steinbrüchen. Da es hier noch viele urwüchsige und völlig unerschlossene Bereiche gibt, ist das Gebiet ein wertvoller Rückzugsort für seltene und geschützte Tierarten wie den Uhu.

 

Um die einzigartigen Lebensräume in den Felsspalten und –nischen zu erhalten, wurde das Areal als Naturschutzgebiet ausgewiesen. In diesem finden sich wiederum viele Naturdenkmäler. Zu den bekanntesten zählen die Große und Kleine Orgel.


Zittauer Gebirge, Wandern, Zittau, Urlaub, Hotel, Ferienwohnung, Radwandern, Umgebindehaus

Felsen und Steine mit Geschichten

Geologische Vorgänge wie Vulkanaktivitäten, Wind und Wasser formten im Naturpark eine Vielzahl von bemerkenswerten Skulpturen und Gebilden aus Stein. Mit etwas Fantasie lassen sich die Namen der skurrilen Felsformationen erahnen.

 

Der bekannteste Fels, welcher auch als Naturdenkmal ausgewiesen wurde, ist der markant geformte Kelchstein an der Verbindungsstraße der Orte Oybin und Lückendorf. Der wie ein Trinkgefäß geformte, rötlich-graue Sandsteinfels wird als Klettergipfel genutzt, so wie viele andere Felsen im Naturpark auch.

 

Unweit von Spitzkunnersdorf erinnert die verwitterte Silhouette des Vulkankegels „Großer Stein“ an das Gesichtsprofil des Dichters Johann Wolfgang von Goethe und wird deshalb im Volksmund auch „Goethekopf“ genannt.

 

Zwischen dem Luftkurort Jonsdorf und Oybin gestaltete die Natur einen regelrechten Steinzoo. Hier gibt es u.a. die Formationen „Brütende Henne“, „Schildkröte“, „Auerhahn“, „Dackel“ und sogar einen steinernen Löwen zu bewundern. Die drei Wandervorschläge führen zu vielen dieser einzigartigen Felsgebilde, die im Steinzoo zuhause sind. Familien mit Kindern steht dafür eine Kinderwanderkarte zur Verfügung.

 

Das stark zerklüftete Sandsteinfelsgebiet „Jonsdorfer Felsenstadt“ wurde u.a. durch heiße Phonolith- und Basaltlava, welche in Spalten und Rissen aufstieg und vielerorts den Sandstein durchbrach, geformt. Durch die hohen Temperaturen verschmolzen in diesen Bereichen die Mineralkörner des Sandsteins, wodurch ein besonders stabiler und abriebfester Stein entstand, welcher als Mühlstein verwendet wurde.

 

Tipp

Verborgene Schätze müssen nicht immer aus Edelmetallen oder glänzenden Kristallen bestehen:

 

In Seifhennersdorf wurden in der Vergangenheit unter Tage Kohle und Diatomeenschiefer, welcher wegen seiner Verwendung auch als Polierschiefer bezeichnet wird, abgebaut. Die verfestigten Ablagerungen sind die Überbleibsel eines Süßwassersees, der vor rund 20 Mio. Jahren austrocknete. In den dortigen Gesteinsschichten finden sich eine Vielzahl von pflanzlichen und tierischen Versteinerungen wie Frösche, Fische und Krebse.

 

 

Über den Schieferabbau und die Geschichte der Region erzählt das Karasek-Museum mit Tourist-Information in Seifhennersdorf. Dort sind auch die genannten Exponate zu finden.


Zittauer Gebirge, Tourismus Sachsen


Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge
Markt 1 | 02763 Zittau | Tel: +49 (0) 3583 - 752-200 | Fax: +49 (0) 35 83 - 752161
tourismuszentrum@zittauer-gebirge.com

Zittauer Gebirge, Tourismus Sachsen
Zittauer Gebirge, Tourismus Sachsen